Ratgeber Bluthochdruck

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Entstehung von Bluthochdruck

Bei den meisten Menschen, die an Hypertonie leiden, liegt keine eindeutige Ursache vor. In diesem Fall wird der Bluthochdruck als primäre oder essenzielle Hypertonie bezeichnet. Tritt der erhöhte Druck dagegen aufgrund einer chronischen Grunderkrankung auf, spricht man von sekundärer Hypertonie. Eine temporäre Blutdruckerhöhung aufgrund von Erkrankungen, Medikamenteneinnahme, Schwangerschaft und Konsum bestimmter Genuss- oder Rauschmittel zählt laut Definition nicht zu der sekundären Hypertonie, wird aber in der Literatur oft mit einbezogen.

Primäre Hypertonie

Bei 90–95 % der von Bluthochdruck Betroffenen (Hypertoniker) liegt eine primäre Hypertonie vor, die per Ausschlussdiagnose bestimmt wird. Verschiedene Faktoren bedingen diese nicht abschließend erklärbare Form des Bluthochdrucks. Genetische Ursachen spielen dabei ebenso eine Rolle wie der Lebensstil eines Menschen. Für die genetische Ursache spricht die Tatsache, dass Kinder, bei denen ein oder beide Elternteile unter Bluthochdruck leiden, ein doppeltes oder dreifaches Risiko tragen, auch Hypertoniker zu sein. Hierbei kann die Mutation eines einzelnen oder mehrerer Gene die Ursache für den Bluthochdruck sein, der dann lebenslang behandelt werden muss.

Hypertonie begünstigende Gewohnheiten

Die Lebensweise eines Menschen – insbesondere Essgewohnheiten und Genussmittelkonsum – hat einen entscheidenden Einfluss auf seinen Gesundheitszustand. Bluthochdruck ist eine Erkrankung, die durch die Veränderung der Lebensgewohnheiten deutlich beeinflusst werden kann. Faktoren, die den Blutdruck beeinflussen, sind nachgewiesenermaßen der Genuss von Alkohol, Rauchen, Körpergewicht, körperliche Aktivität, Stress und Essgewohnheiten.

Sekundäre Hypertonie

Neben der Blutdrucksenkung spielt bei der sekundären Hypertonie die Behandlung der Grunderkrankung die zentrale Rolle. Die häufigste Ursache für diese Form des Bluthochdrucks ist eine chronische Erkrankung der Nierenarterien oder des Nierengewebes. Die Verengung der Nierenarterien durch Arteriosklerose (Arterienverkalkung), Bindegewebserkrankungen oder Entzündungen und die Erkrankung des Nierengewebes bewirken eine verminderte Salzausscheidung, was ein erhöhtes Blutvolumen und damit einen Anstieg des Blutdrucks zur Folge hat. Weitere Grunderkrankungen, die Hypertonie verursachen können, sind Störungen im Hormonhaushalt, eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen, angeborene Missbildungen der Aorta (Hauptschlagader) und Schlafapnoe (Atemstillstände während des Schlafs).

Zählt man die temporäre Blutdruckerhöhung zu der sekundären Hypertonie, sind Erkrankungen des Zentralen Nervensystems als möglicher Grund zu nennen. Auswirkungen auf den Blutdruck können außerdem die Einnahme von Hormonpräparaten zur Empfängnisverhütung oder von Steroidhormonen gegen Asthma sowie von Medikamenten zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen haben.

Schwangerschaftsinduzierte Hypertonie

In etwa 10 % aller Schwangerschaften kommt es zu der sogenannten schwangerschaftsinduzierten Hypertonie, die eine wesentliche Ursache für die Mutter- und Kindsterblichkeit während der Schwangerschaft ist, und behandelt werden muss. Dabei ist der schwangerschaftsbedingte Bluthochdruck von präexistenter Hypertonie zu unterscheiden, die unabhängig von der Schwangerschaft besteht, aber aufgrund des meist symptomlosen Verlaufs nicht diagnostiziert wurde.

Barbara Kliem

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